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[ zurück ] "Das Chicken Game" Ausweichen oder Weiterfahren ! Das auch so genannte "Feiglingsspiel" (englisch: Chicken = Feigling) ist ein aus der spieltheoretischen Literatur bekanntes Spiel 'mit dem Untergang' (Brinkmanship). James Dean hat es in seinem wohl berühmtesten Film vorgemacht: "Denn sie wissen nicht, was sie tun", wenn sie mit ihren Autos auf den Abgrund zurasen und derjenige die Mutprobe gewinnt, der als letzter bremst - oder eben doch über die Klippe fällt. Das allgemeinere spieltheoretische Szenario besteht darin, dass zwei Sportwagen aufeinander zufahren. Wer ausweicht hat verloren. Noch allgemeiner: Wer zuerst nachgibt, ist der Dumme - oder doch nicht ? Die Übertragung der Spielsituation in die Realität ändert das idealtypische Szenario ab, insoweit üblicherweise die Gegner vor der eigentliche Mutprobe Handlungsoptionen haben, den Gegner davon zu überzeugen, dass sie in keinem Fall ausweichen können, weil dies für sie zu einer mindestens ebenso ungünstigen Situation führt, wie das Ausweichen selbst. James Dean hätte also z.B. drohen können, dass er in jedem Fall auch mit der Konsequenz des Klippenabsturzes später bremsen würde, weil eine Niederlage in der Mutprobe den gleichen Effekt des Endes eines unwürdigen Lebens bedeutet hätte. Sein Gegner hätte dann die geeignete Antwortstrategie entwickeln können, rechtzeitig und ohne jegliche Gefahr des Absturzes zu bremsen, also gezielt zu verlieren. Der realpolitische Beispielfall für die Anwendung des Chicken-Game war die Kuba-Krise 1962. Diese konnte erst kurz vor der nuklearen Katastrophe entschärft werden, weil die USA das größere und glaubwürdigere Drohpotential aufbauen konnte, um einen Kompromiss zu erzwingen, der dann in die Entspannungspolitik mündete. Nun sind die Lübecker Bürgermeisterwahlen sicher etwas unspektakulärer.
Gleichwohl: Ohne eine nachhaltige Entschärfung des prekären Haushalts-
und Arbeitslosenproblems in Lübeck wird sich Lage nicht verbessern.
Die großen Parteien in der Bürgerschaft blockieren sich jedoch gegenseitig
bei notwendigen Haushaltsverbesserungen und haben keinen systematischen
Ansatz zur Verbesserung der Situation. Im übertragenen paradoxen Sinne
fahren beide Parteien weiter auf den Abgrund zu, und keiner von den
parteigebundenen Bürgermeisterkandidaten weiß, wie er anhalten soll,
ohne seine Parteiklientel zu verletzen - und damit zu verlieren. Beide
sofort anhalten und das Fahrzeug in die Hände eines unabhängigen und
kompetenten Lenkers der Lübecker Geschicke zu geben, wäre die Lösung.
Der Wähler mag die "Krise" beenden. [ zurück ]
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